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Warum die Atmung beim Yoga so wichtig ist

Inhale - Exhale - Repeat

Hallo ihr Lieben,

ich unterrichte schon lange bei diversen Firmen, Studios und Vereinen unterschiedliche Yoga - Levels und immer wieder fragen mich Teilnehmer nach der Atmung. Warum ist die Atmung das „A“ und „O“ im Yoga? Warum ist es so wichtig, dass wir Pranayama üben müssen als unzertrennlicher Teil einer Yoga-Praxis?

Der Begriff Pranayama besteht eigentlich aus zwei Begriffen:

  • Prana steht im Bezug auf den Menschen für Lebensenergie. Mit anderen Worten ist es ein Synonym für unseren Atem.
  • Yama bedeutet ,etwas zu kontrollieren.

Somit steht Pranayama  für die Kontrolle des Atems, welche eine direkte Wirkung auf unseren Körper und Geist hat.

Die Ruhe im Atem führt zur Ruhe im Geist.

Ob man daran glaubt oder nicht, aber es funktioniert wirklich. Ich habe mich schon immer schwer getan, in bestimmten Situationen loszulassen und ruhig zu bleiben. Wenn mir jemand in der Vergangenheit in den Momenten, in denen ich extrem aufgeregt war, gesagt hat, ich solle tief ein- und ausatmen, hat mich das nur aggressiv und noch nervöser gemacht. Ich habe wirklich sehr lange gebraucht, meine eigene innere Welt durch die ruhige Atmung in Balance zu bringen;  insbesondere in den Situationen, in denen ich mich nicht wohl fühlte. Doch genau hier kann man mit viel Übung mit einer gezielten Atemkontrolle ansetzen:

Bei mir hat sich vor kurzem ein Abszess gebildet und ich musste als Folge sogar in die Notaufnahme in ein Krankenhaus. Wenn ihr schon ein Abszess gehabt hat, wisst Ihr, dass es unglaublich schmerzhaft ist und einer Öffnung durch einen Chirurgen bedarf. Die Schmerzen waren so stark, dass es kaum mehr auszuhalten war. Da könnt ihr euch vorstellen, wie es mir in der Notaufnahme ging. Ich war extrem ungeduldig, verängstig und natürlich auch nervös. Die Schmerzen strahlten schon auf meinen halben Körper aus. Jede Berührung mit meiner Kleidung war extrem schmerzhaft, geschweige denn die Berührung der Wunde durch den Arzt. Aber ich musste da natürlich durch, da es keine andere Möglichkeit mehr gab, dass meine Wunde von alleine heilt.

Während der Arzt alles für den Eingriff vorbereitet hat, musste ich mich selbst beruhigen. Ich schloss meine Augen und fing an, soweit es in dem Moment ging, ganz ruhig zu atmen. Ich habe meine „Lieblingsmethode“ beim Pranayama angewendet:

Ich zählte meine Einatmung und versuchte doppelt so lang auszuatmen. Durch das Zählen war ich nicht mehr auf meine Schmerzen und die ärztliche Utensilien für den Eingriff konzentriert, sondern allein auf meiner Atmung. Und ja, es tat beim Eingriff weh, teilweise sogar sehr weh, aber ich blieb ruhig. Ich konnte es gut aushalten, ohne von der Liege aufzuspringen, ohne zu schreien oder zu stöhnen. Ich war einfach nicht mehr bei meiner Wunde, die mir die Tage davor so viel zu schaffen gemacht hat, sondern bei meinem Inneren, bei meiner Atmung, die mich so hervorragend unterstützt hat.

Das war das erste Mal für mich, dass ich meine yogische Atemtechnik bei körperlichem Schmerz angewendet habe. Und das mit vollem Erfolg! Ich bin meiner Yoga – Praxis und meinem Körper für diese wundervolle Erfahrung, die ich erleben durfte, unglaublich dankbar. Und das könnt Ihr auch!

Daher ihr Lieben, denkt daran, Yoga ist nicht nur Asanas mit Savasana zum Schluß. Es ist der Weg zu unserer inneren Ruhe, zu uns selbst…. Durch unsere Atmung.

Namaste

Eure Julia